Weil wir die Bibel als einzigen verbindlichen Maßstab betrachten, müssen wir die Väter im Glauben ernst nehmen, denn es heißt: "Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben! Schaut den Ausgang ihres Wandels an, ahmt ihren Glauben nach." (Heb 13,7) und "Ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist es allein zu euch gelangt?" (1.Kor 14,36). Das bedeutet, dass wir als Gemeinde Christi in Wien Teil der Gemeinde der ganzen Welt und der ganzen Geschichte sind; in dem, was wir tun und lehren, stehen wir in Verantwortung vor dem Herrn und Haupt der Gesamtgemeinde.
Wer die Haltung der "Wehrlosigkeit", wie sie die Bergpredigt lehrt (rechte Backe, linke Backe) ernstnehmen will, muss sich auch mit sehr schwerwiegenden Fragen auseinandersetzen. Wie ist es, wenn Deine Familie bedroht wird und Du könntest sie verteidigen - gilt dann das Wort des Herrn "Leistet dem Bösen keinen Widerstand" (Matthäus 5,39) immer noch? Wer noch über die Gewissensprüfung zum Zivildienst zugelassen wurde, kennt diese Fragen. Die herausforderndsten Antworten geben jene, die in letzter Konsequenz dem Wort des Herrn entsprechen wollten. Hier steht das Leben (bzw. der Tod) hinter den Worten. Ein Beispiel ist die Haltung der Familie Hostetler in den Französisch-Indianischen Kriegen im 18. Jahrhundert. Diese Dokumentation von Dean Taylor und Mike Atnip führt uns an die Schauplätze der Begebenheit und in das Wort Gottes.
Vor 160 Jahren wurden die russlanddeutschen Mennoniten (norddeutsche Täuferbewegung, benannt nach Menno Simons) durch eine Erweckung neu belebt, was den Beginn der Mennoniten-Brüdergemeinde markiert, aber vor allem ein Neuaufleben der Mission in Russland und weltweit. Die Gemeinde Tulpengasse, in der wir uns versammeln (und wo ich getauft wurde), und die Mennoniten-Gemeinde Linz wurden von einem russlanddeutschen Missionar dieser Bewegung gegründet: Abraham Neufeld (heuer 90 Jahre alt). Was es bedeutet, trotz Widerständen nicht zurückzuweichen ist Thema der Predigt zum Anlass des Jubiläums:
Predigt der Sonntags-Versammlung am 2. Mai 2010
Linz, Mennonitengemeinde
Alexander, "Wir sind nicht von denen, die zurückweichen" (10,79 MB)
Die sogenannten "Falkensteiner Lieder" sind von gefangenen Brüdern und Schwestern 1540 auf der Burg Falkenstein im Weinviertel gedichtet und gesungen worden. Die Burg ist zur Ruine verfallen, ihre Verfolger sind vergessen; doch die Nachfahren dieser Geschwister singen ihre Lieder noch heute. In beiliegendem PDF habe ich die 19 Seiten aus dem Liederbuch der Hutterischen Brüder eingescannt, die diese Erinnerungen enthalten: Die Falkensteiner Lieder (PDF)
Jede Gemeindebewegung hat ihren besonderen Ansatz, die Schrift zu verstehen und zu lehren. Prof. Tom Olbricht von der Pepperdine-University/USA hat die Theologie der Restaurationsbewegung (Gemeinden Christi) in drei Aufsätzen zusammengefasst, die wir mit seiner freundlichen Genehmigung in der Übersetzung durch Keith Myrick (Gemeinde Christi in Stuttgart) hier veröffentlichen dürfen:
Europäische Hintergründe zur Declaration and Adress (PDF)
Hermeneutik in den Gemeinden Christi (PDF)
Ist die Theologie der amerikanischen Restaurationsbewegung brauchbar? (PDF)
Alles was sich im Lauf der Zeit in der Gemeinde Jesu Christi seit Pfingsten verändert hat, wurde in den Grundzügen schon im Neuen Testament vorausgesagt. Das ist zum einen ein gewisser Trost angesichts der Verwirrung, die um den Glauben und die Gemeinde Gottes besteht. Zum anderen aber ist in der Schrift auch der Auftrag enthalten, beständig zu dem Urbild zurückzustreben, das der Herr Jesus selbst im Blick hatte, als Er die Gemeinde gründete. Veränderungen sind Teil der biblischen Prophetie, Restauration ist die biblische Antwort auf diese Veränderungen.
Geschichte und Anliegen der Stone-Campbell-Bewegung (Restaurationsbewegung) sind herausfordernd und inspirierend zugleich. Die Auseinandersetzung damit hat mich persönlich so richtig begeistert vom Erbe der Gemeinden Christi gemacht.
Einheit durch Restauration: Die Stone-Campbell-Bewegung 1801 bis heute (ppt)
Thomas Campbell war Prediger in einer der strengsten Presbyterianischen Kirchen (Presbyterianer = Schottische Calvinisten) in Amerika. Den Spaltungen innerhalb seiner Kirche, aber auch innerhalb der gesamten Christenheit, konnte er aber nicht zustimmen. Als er 1807 auch Mitglieder anderer Kirchen bei einer Abendmahlsfeier teilnhemen ließ, führte das zu scharfer Kritik seitens der Kirchenleitung und schließlich zum Bruch. Mit Gleichgesinnten gründete er die Christian Association of Washington, die sich das Ziel setzte, für die Einheit der Christen untereinander zu werben. Schließlich wurde daraus eine Bewegung, die - gemeinsam mit den "Christen" von Barton Stone - die Vision in die Praxis umzusetzen versuchte: Die Restaurationsbewegung, aus der auch die Gemeinden Christi hervorgegangen sind.