Jesus umarmen

Es war einmal ein König. Er hatte viele Untertanen und ein großes Volk und alle arbeiteten und dienten ihm sehr fleißig und gewissenhaft. Dadurch konnte er viel Reichtum sein eigen nennen. Der König war so angetan von seinem Volk, somit beschloss er, sein Volk zu belohnen.
Er ließ all seine Schätze in den großen Hof seines Palastes tragen: Gold und Silber, kostbare Vasen, geknüpfte Teppiche, Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde und Pferdewägen und vieles mehr. Der Hof war voll mit kostbaren Dingen.
Dann ließ er seine Untertanen kommen, lobte sie für ihren Fleiß und ihre Hingabe und sagte, dass er alles im Hof für sie hingestellt hat. Wo auch immer sie ihre Hand drauf legen, gehört ihnen.
Sogleich liefen die Leute zu den Gegenständen und trugen sie nach Hause.

Ein Junge ging zum König und fragte ihn: "Dürfen wir wirklich alles mitnehmen, auf das wir unsere Hand legen? Du solltest dein Angebot vielleicht überdenken."
"Ich bin mit meinen Leuten sehr zufrieden.", antwortete dieser. "Deshalb habe ich beschlossen, ihnen ein Geschenk zu machen. Auch dir. Alles, was du nach Hause tragen kannst, gehört dir."
Der Junge fragte noch einmal: "Dürfen wir wirklich alles mitnehmen, was sich im Hof befindet?"
"Ja, alles, worauf du deine Hand legst, darfst du nach Hause nehmen."
Der Junge fragte ein drittes Mal und der König bestätigte es ihm wieder, dass er alles mitnehmen dürfte, worauf er seine Hand legte.

Da umarmte der Junge den König.

Der König war sehr erfreut und sagte ihm, dass er sehr weise gehandelt habe, denn somit gehöre alles, was dem König gehört, ihm.

Im 2. Buch Mose lesen wir über den Auszug der Israeliten aus Ägypten hinein ins versprochene Land. In Kapitel 33 sagt Gott zu Mose, dass Mose mit Israel in das Land einziehen soll, das er Abraham, Isaak und Jakob versprochen hatte. Der Herr versprach außerdem, dass er ihnen Engel mitsenden würde, doch er selber würde nicht mitgehen, da Israel ein "halsstarriges Volk" ist und er sie sonst unterwegs verzehren würde (V 2-3).

Mose antwortet ihm ein paar Verse später: "Wenn du nicht selbst mitgehst, so führe uns nicht von hier hinauf! Denn woran soll doch erkannt werden, daß ich und dein Volk vor deinen Augen Gnade gefunden haben, als daran, daß du mit uns gehst, so daß ich und dein Volk ausgezeichnet werden vor allem Volk, das auf dem Erdboden ist?" (V 15-16)

Er wollte nur den Herrn haben. Denn was nützt es im versprochenen Land zu leben, wenn der Herr nicht bei ihnen ist. Mose wollte nicht die Dinge im Hof des Herrn, er wollte den König selber. Und der Herr sprach zu Mose: "Was du jetzt gesagt hast, das will ich auch tun; denn du hast vor meinen Augen Gnade gefunden, und ich kenne dich mit Namen!" (V 17)

Paulus schreibt im Philipperbrief, dass er alles für Schaden erachtet gegenüber der übertreffenden Erkenntnis Christi Jesus. Alles, was ihm Gewinn war, hat er verworfen, nur um den Herrn Jesu zu kennen. (3:7-8) Für ihn hat er alles aufgegeben, durch ihn hat er alles gewonnen. Durch Christus wurde er Erbe Gottes. Durch die Gnade ist er "mitaufgeweckt und mitversetzt in die himmlischen Regionen in Christus Jesus". (Eph. 2:6)

Diese Versprechen und Wahrheiten gelten auch uns. Lasst uns den König umarmen!