Weil wir die Bibel als einzigen verbindlichen Maßstab betrachten, müssen wir die Väter im Glauben ernst nehmen, denn es heißt: "Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben! Schaut den Ausgang ihres Wandels an, ahmt ihren Glauben nach." (Heb 13,7) und "Ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist es allein zu euch gelangt?" (1.Kor 14,36). Das bedeutet, dass wir als Gemeinde Christi in Wien Teil der Gemeinde der ganzen Welt und der ganzen Geschichte sind; in dem, was wir tun und lehren, stehen wir in Verantwortung vor dem Herrn und Haupt der Gesamtgemeinde.
Besonders inspirierend finden wir die frühen Christen (vor dem Konzil von Nicäa), weil damals der Glaube noch ganz nah am Ursprung war, und die Bewegung der Täufer, weil sie als einzige Bewegung der Reformationszeit wieder ganz nah an diesen Ursprung herangekommen ist. Von großer Bedeutung ist für uns natürlich die Restaurationsbewegung des 19. Jahrhunderts, in der die Gemeinden Christi ihre Wurzeln haben. Tradition - d.h. die Lehre und der Glaube anderer Christen und Bewegungen - stehen nicht gleichrangig neben der Schrift, sind auch nicht unfehlbar, ebensowenig wie unsere eigenen Auslegungen. Aber wir können voneinander lernen.