Weil wir die Bibel als einzigen verbindlichen Maßstab betrachten, müssen wir die Väter im Glauben ernst nehmen, denn es heißt: "Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben! Schaut den Ausgang ihres Wandels an, ahmt ihren Glauben nach." (Heb 13,7) und "Ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist es allein zu euch gelangt?" (1.Kor 14,36). Das bedeutet, dass wir als Gemeinde Christi in Wien Teil der Gemeinde der ganzen Welt und der ganzen Geschichte sind; in dem, was wir tun und lehren, stehen wir in Verantwortung vor dem Herrn und Haupt der Gesamtgemeinde.
Vor 160 Jahren wurden die russlanddeutschen Mennoniten (norddeutsche Täuferbewegung, benannt nach Menno Simons) durch eine Erweckung neu belebt, was den Beginn der Mennoniten-Brüdergemeinde markiert, aber vor allem ein Neuaufleben der Mission in Russland und weltweit. Die Gemeinde Tulpengasse, in der wir uns versammeln (und wo ich getauft wurde), und die Mennoniten-Gemeinde Linz wurden von einem russlanddeutschen Missionar dieser Bewegung gegründet: Abraham Neufeld (heuer 90 Jahre alt). Was es bedeutet, trotz Widerständen nicht zurückzuweichen ist Thema der Predigt zum Anlass des Jubiläums:
Predigt der Sonntags-Versammlung am 2. Mai 2010
Linz, Mennonitengemeinde
Alexander, "Wir sind nicht von denen, die zurückweichen" (10,79 MB)
Die sogenannten "Falkensteiner Lieder" sind von gefangenen Brüdern und Schwestern 1540 auf der Burg Falkenstein im Weinviertel gedichtet und gesungen worden. Die Burg ist zur Ruine verfallen, ihre Verfolger sind vergessen; doch die Nachfahren dieser Geschwister singen ihre Lieder noch heute. In beiliegendem PDF habe ich die 19 Seiten aus dem Liederbuch der Hutterischen Brüder eingescannt, die diese Erinnerungen enthalten: Die Falkensteiner Lieder (PDF)
Jede Gemeindebewegung hat ihren besonderen Ansatz, die Schrift zu verstehen und zu lehren. Prof. Tom Olbricht von der Pepperdine-University/USA hat die Theologie der Restaurationsbewegung (Gemeinden Christi) in drei Aufsätzen zusammengefasst, die wir mit seiner freundlichen Genehmigung in der Übersetzung durch Keith Myrick (Gemeinde Christi in Stuttgart) hier veröffentlichen dürfen:
Europäische Hintergründe zur Declaration and Adress (PDF)
Hermeneutik in den Gemeinden Christi (PDF)
Ist die Theologie der amerikanischen Restaurationsbewegung brauchbar? (PDF)
Alles was sich im Lauf der Zeit in der Gemeinde Jesu Christi seit Pfingsten verändert hat, wurde in den Grundzügen schon im Neuen Testament vorausgesagt. Das ist zum einen ein gewisser Trost angesichts der Verwirrung, die um den Glauben und die Gemeinde Gottes besteht. Zum anderen aber ist in der Schrift auch der Auftrag enthalten, beständig zu dem Urbild zurückzustreben, das der Herr Jesus selbst im Blick hatte, als Er die Gemeinde gründete. Veränderungen sind Teil der biblischen Prophetie, Restauration ist die biblische Antwort auf diese Veränderungen.
Geschichte und Anliegen der Stone-Campbell-Bewegung (Restaurationsbewegung) sind herausfordernd und inspirierend zugleich. Die Auseinandersetzung damit hat mich persönlich so richtig begeistert vom Erbe der Gemeinden Christi gemacht.
Einheit durch Restauration: Die Stone-Campbell-Bewegung 1801 bis heute (ppt)
Thomas Campbell war Prediger in einer der strengsten Presbyterianischen Kirchen (Presbyterianer = Schottische Calvinisten) in Amerika. Den Spaltungen innerhalb seiner Kirche, aber auch innerhalb der gesamten Christenheit, konnte er aber nicht zustimmen. Als er 1807 auch Mitglieder anderer Kirchen bei einer Abendmahlsfeier teilnhemen ließ, führte das zu scharfer Kritik seitens der Kirchenleitung und schließlich zum Bruch. Mit Gleichgesinnten gründete er die Christian Association of Washington, die sich das Ziel setzte, für die Einheit der Christen untereinander zu werben. Schließlich wurde daraus eine Bewegung, die - gemeinsam mit den "Christen" von Barton Stone - die Vision in die Praxis umzusetzen versuchte: Die Restaurationsbewegung, aus der auch die Gemeinden Christi hervorgegangen sind.
Einer der Auslöser der Restaurationsbewegung, aus der die Gemeinden Christi hervorgegangen sind, war die Trennung von Barton Stone und vier anderen Predigern von der Presbyterianischen Kirche. Stone war ein Erweckungsprediger während des Cane Ridge Revivals 1801. Die Zusammenarbeit mit Predigern anderer Konfessionen sowie der Aufruf zu einer freien Glaubensentscheidung standen der strengen presbyteriansichen Kirchenverfassung und ihrer Erwählungslehre (Calvinismus) entgegen.
1527 kamen in Schleitheim/Schweiz die Führer der noch jungen Täuferbewegung zusammen (erste Taufe 21.Jänner 1525). Die Beratungen führten zu einem Bekenntnistext, der das Verhältnis des Christen zur Welt definierte:
Die Schleitheimer Artikel (Power Point mit Hintergrundinfos und Volltext)
Es ist kein "theologischer" Text, sondern mehr eine Aufforderung zu einem konsequenten Lebensstil. Genau darin kamen die Täufer den frühen Christen ganz nahe: Es herrscht völlige Übereinstimmung in der Frage der Gewaltwanwendung (Schwert), der Gemeindeleitung (Hirten), des Eides (vom Schwören), der Absonderung und des Bannes (Gemeidezucht). Einzig bei Taufe und Abendmahl folgen sie mehr dem humanistischen (symbolistischen) Ansatz der schweizer Reformation unter Zwingli.
„A capella, alla capella, d. h. im Kapellstile, bedeutet in älteren Kirchenmusiken die Bewegung der Singstimmen ohne Instrumente, oder wenn ja solche den Gesang begleiten, das Fortgehen der Instrumente im Unisono mit den Singstimmen.“
– F. A. Brockhaus: Allgemeine Deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. 1851 Leipzig.