Faltblatt als PDF-Download
“Lasst uns schmutzig Liebe machen, alle diese wilden Sachen ...; Lasst uns wie die Tiere tun, hier und jetzt und nun!” Wer immer dieses Lied geschrieben hat, er hat die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer - und ich wohl die Ihre, da ich diesen Text als Anlass zu ein paar kritischen Gedanken genommen habe.
Außergewöhnlich an diesem Lied ist eher, dass es als deutsches Lied in Ö3 gespielt worden ist, denn viele englischsprachige Lieder in den Hitparaden sind ähnlich eindeutig - nicht mehr zweideutig, sondern eindeutig. Ist es zu hart gesprochen, wenn man so manchen populären Radiosender als “Pornorundfunk” bezeichnet? Indem es üblich geworden ist, in der Arbeit oder auch privat laufend Radio nebenher tönen zu lassen, ist es recht sinnvoll einmal innezuhalten. Gerade das, was man unbewusst wahrnimmt (was also nicht kritisch gehört wird) prägt unser Denken oft am meisten.
Tierischer Sex?
Als ich vor kurzem einmal mit dem Auto fuhr, hörte ich im Autoradio Ö3. Neben den eindeutigen Liedern, die ich aufgrund meiner guten Englischkenntnisse oft Wort für Wort verstehe, wurde über die Frage diskutiert: “Ist der Mensch monogam geschaffen?”
Angeblich gehen 70% der Männer und 50% der Frauen fremd. Zwar spiele sich einiges dabei nur in der Phantasie ab, aber auch das wurde in die Wertung aufgenommen. Das ist auch korrekt so.
Nun ist die Frage aufgrund der Zahlen schon berechtigt: Ist Monogamie überhaupt menschlich? Zwei Psychologen wurden dazu befragt, die diese Frage eindeutig verneinten. All das sei Ausdruck unserer tierischen Abstammung. Ein Mann könne viel mehr Kinder zeugen, als eine Frau gebären kann, deshalb liege es in seinem Blut, möglichst viele “Weibchen zu besteigen”.
Die Moderatoren zeigten sich sichtlich zufrieden, weil nun das, was “jeder” tut, auch seinen wissenschaftlichen “Sanctus” erhalten hat. Schlechtes Gewissen ade! Lasst uns wie die Tiere tun …
Mensch oder Tier?
Fragestellung und Antwort zeigen aber auch etwas von innerer Gespaltenheit. Sind wir Menschen oder Tiere? Sind wir geschaffen oder sind wir Produkt des nichtplanenden Zufalls? Gerade beim Thema Nummer 1 zeigt sich, dass die Frage nach unserer Herkunft einen unmittelbaren Einfluss auf unser alltägliches und allnächtliches Leben hat. Da die meisten unter uns weder wissenschaftlich noch philosophisch oder gar theologisch gebildet sind, sind wir den “Meinungsmachern” ausgesetzt, in diesem Fall Ö3 (aber es trifft auf viele andere Medien ebenso zu).
Mal ehrlich: Lassen Sie sich gerne manipulieren? Wohl kaum! Darum bitte ich Sie, folgendes Beispiel gut mit zu denken:
Ein Kleinkind stolpert mit ein paar Bausteinen in Richtung Videorecorder. Die Spucke läuft lustig aus seinem Mund und tränkt das Lätzchen an seiner Brust - zu konzentriert ist es auf sein Ziel unterwegs, um sich um die Sabberei kümmern zu können. Der Videorecorder hat einen Schlitz. Das Kind hat Bausteine, die supergummigut dahinein passen. Es schiebt den ersten hinein, legt den zweiten nach, drückt nach … da verkantet sich der mittlerweile fünfte Baustein. Irgendetwas hat geknackst. Kleinchen gluckst vergnügt, doch bald ist seine Aufmerksamkeit von einem anderen Objekt der Begierde angezogen worden: aus der Wand glotzt eine Schweinchenschnauze heraus. Mama ist gerade Wäsche aufhängen …
Nur weil da ein Schlitz oder Löcher sind, muss man nicht instinktiv irgendetwas hineinstecken! Man muss sich fragen, ob in diesen Dingen nicht ein tieferer Sinn liegt. Der Videorecorder ist hin, logisch. Aber ebenso wurden und werden durch unsachgemäßen Umgang mit der Sexualität Beziehungen nachhaltig geschädigt und zerstört.
Zur Fremdgeh-Statistik sollte auch die Scheidungsstatistik gelegt werden. Hinter jeder dieser Zahlen stehen gebrochene Herzen, verwirrte Kinder, Unrecht, üble Nachrede, Hass und Gewalttat. Den erhurten Orgasmen folgen Ströme von Tränen.
Ich habe aber noch nie gehört, dass Tiere weinen. Sexualität bei Tieren ist, auch bei Funktionsparallelen, doch völlig anders als bei uns Menschen. Bei Tieren gibt es bestimmte Paarungszeiten, den Rest der Zeit leben viele von ihnen zölibatär, als Einzelgänger oder in Herden. Sex spielt nur im Sinn der Fortpflanzung eine Rolle.
Bei Menschen ist das nicht so.
Menschen pflanzen sich auch fort, aber sie “tun es” meistens aus Spaß an der Freude. Sogar in der Bibel ist das als gut beschrieben:
Trinke Wasser aus der eigenen Zisterne und was aus deinem Brunnen quillt. Sollen nach draußen verströmen deine Quellen, auf die Plätze die Wasserbäche? Dir allein soll sie gehören, doch keinem Fremden neben dir. Deine Quelle sei gesegnet, erfreue dich an der Frau deiner Jugend! Die liebliche Hirschkuh und anmutige Gemse - ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar. (Sprüche Salomos 5,15-19)
Mit dieser Stelle möchte ich auch das Vorurteil entkräften, die Bibel sei leib- und sexfeindlich. Ein ganzes Buch darin, das “Hohelied der Liebe”, ist der erotischen Liebe gewidmet!
Dieser Text zeigt aber zugleich die verbindliche Partnerschaft, in die der Schöpfer die Sexualität eingebettet hat. Der Schöpfer! “Ist der Mensch monogam erschaffen?” Ja, er ist monogam erschaffen; so lehrt es die Bibel.
Sex und Gewalt
Nicht nur aus Vergnügen hat der Mensch Sex, was ihn von den Tieren unterscheidet. Nein, er unterscheidet sich auch darin von den Tieren, dass er Sex als Waffe einsetzt. Die Bibel, die den Menschen als monogam erschaffen lehrt, beschreibt auch solche Dinge (wie wir sie auch aus den täglichen Nachrichten zur Genüge kennen), sie ist also nicht auf Wolke 7 von zwölf zölibatären Engeln geschrieben worden; Gottes Wort entstand mitten in dieser brutalen Welt als Botschaft an uns. Eines der erschütterndsten Beispiele für Sex und Gewalt finden wir im Alten Testament:
Da umringten die Männer der Stadt, ruchlose Männer, das Haus, trommelten gegen die Tür und sagten zu dem alten Mann, dem Herrn des Hauses: Führe den Mann, der in dein Haus gekommen ist, heraus, wir wollen ihn vergewaltigen (”erkennen”)! Da ging der Mann, der Herr des Hauses, zu ihnen hinaus und sagte zu ihnen: Nicht doch, meine Brüder, tut doch nichts Übles! Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, dürft ihr solch eine Schandtat nicht begehen! Siehe, meine Tochter, die noch Jungfrau ist und seine (!) Nebenfrau, die will ich euch herausbringen. Ihnen tut Gewalt an und macht mit ihnen, was gut ist in euren Augen. (Richter 19,22-24)
Jene Nebenfrau wurde zu Tode vergewaltigt. Was ist hier nicht alles verkehrt?! Welches Tier verwendet den Fortpflanzungstrieb für Folter, Demütigung, Machtdemonstration und Mord? Wie zynisch ist das Wort “Nebenfrau”, als wäre sie ein Mensch zweiter Klasse!
All das steht in der Bibel Nicht als Gottes Wille, sondern als Beschreibung dessen, was der Mensch geworden ist, der sich vom Schöpfer abgewandt hat, um seine Triebe brutal und egozentrisch auszuleben. Das Erschütterndste dabei: diese Schandtat aus dem Buch Richter wiederholt sich täglich auf der ganzen Welt.
Lasst uns wie die Tiere tun! Ach täten wir nur wie die Tiere, aber wir sind Menschen! Menschen, die durch die Sünde auf einer viel niedrigeren Stufe als die Tiere angelangt sind!
Vom Mensch zum Tier “devolutioniert”
Im Neuen Testament zieht Paulus Bilanz über das Menschengeschlecht:
… Weil die Menschen Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde. Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes verwandelt in das Gleichnis eines Bildes vom vergänglichen Menschen und von Vögeln und von vierfüßigen und kriechenden Tieren. Darum hat Gott sie dahingegeben in den Begierden ihrer Herzen in die Unreinheit, ihre Leiber untereinander zu schänden, … Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften. … Erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit, voll von Neid, Mord, Streit, List … Unverständige, Treulose, ohne natürliche Liebe … (Römerbrief, Auszüge aus dem 1.Kapitel)
Sex ist gut und schön, von Gott selbst zur Freude an der Ehefrau, dem Ehemann, wärmstens empfohlen. Was haben die Menschen daraus gemacht? Sie sind undankbar! Sie wollen mehr, um ihre unersättliche Gier zu stillen, die doch nicht befriedigt werden kann! Der Sex der Menschen, die Gottes Schöpfungsplan für sich ablehnen, ist erfüllt mit Habsucht, Treulosigkeit, Bosheit und Gewalt. Sex wird zur Sucht, die Pornoindustrie lebt prächtig davon!
Ist der Mensch monogam erschaffen? Ja, absolut! Aber er will lieber ein Tier sein, als das Geschenk Gottes, die Sexualität, so zu leben, wie der Schöpfer es gewollt hat. Wie das Kleinkind im Beispiel den Videorecorder kaputt gemacht hat, so zerstören sich die Menschen selbst und andere in ihrer sexuellen Habsucht.
Vom Sünder zum Gotteskind
Lasst uns wie die Tiere tun? Nein, so gut sind wir nicht! Aber es gibt einen Weg darüber hinaus. Im Neuen Testament wird von Leuten berichtet, auf die all das Schlechte von vorhin zugetroffen hat:
Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Weder Unzüchtige, … Noch Ehebrecher, noch Lustknaben, noch Knabenschänder ... werden das Reich Gottes erben. Und das sind manche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes. (1. Korintherbrief 6,9-11)
Gerade auf sexuellem Gebiet sind Sünden oft sehr schmerzhaft für viele Beteiligte. Aber es gibt Vergebung, weil Jesus Christus für Sünder ans Kreuz gegangen ist. Dort hat Er für uns die Strafe getragen, die wir verdient hätten.
Einmal rettete der Herr Jesus eine Ehebrecherin vor der Steinigung. Nachdem die Pharisäer ihre Steine liegen ließen und fortgingen, fragte der Herr die Sünderin:
Frau, wo sind sie? Hat niemand dich verurteilt? Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt ab nicht mehr. (Johannes 8,10+11)
Dieser Denkanstoß, ich hoffe, das kommt klar heraus, will Sie nicht verurteilen. Sie dürfen wählen, auf welcher Ebene Sie leben wollen, mit allen Konsequenzen. Sie dürfen weiterhin der dahinrieselnden Hintergrundsmusik mit den unterschwellig eindeutigen Botschaften lauschen, tüchtig abtanzen dabei, Ihren Trieben freien Lauf lassen, “wie die Tiere”, wenn das Ihrem Selbstbild entspricht.
Vielleicht ist Ihnen aber gedämmert, das Leben mehr sein kann, dass Sexualität nach Gottes Plan erfüllender sein kann als das, was Sie bisher kennengelernt haben; oder ob gar Enthaltsamkeit ein Weg ist, der sich für Sie lohnen würde? Sie können es selbst herausfinden, indem sie den Radio abschalten und die Bibel aufschlagen!
Der Herr Jesus lädt auch Sie dazu ein, Ihre Sünden zu bekennen und sie vergeben zu lassen. Er bietet Ihnen Seine Hilfe an, wenn er das scheinbar Unmögliche von Ihnen fordert:
Geh hin und sündige von jetzt ab nicht mehr.