Warum soll ich mich taufen lassen?

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Jesus Christus sagte (Markus 16,15-16):

"Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden."

Die Gemeinde Jesu Christi hat damit einen großen Auftrag erhalten, der sie dazu treibt bis an das Ende der Welt zu reisen, um allen Menschen von diesem Evangelium zu erzählen. Der Herr Jesus selbst macht es zu einer Frage von Leben und Tod, Heil und Verdammnis, wodurch es im Leben eines Christen nichts Wichtigeres geben kann, als diesen Auftrag zu unterstützen.

Das Evangelium besteht in einfachen Worten darin, dass Gott bereit ist, unsere Sünden zu vergeben, weil Er Seinen eigenen Sohn als Opfer für die Sünden gesandt hat. Dessen Tod am Kreuz ist die Strafe, die jeder Sünder verdient hätte. Das heißt, jeder Mensch, denn wir alle entsprechen nicht Gottes Maßstäben von Gerechtigkeit und Liebe.

Das Evangelium bleibt aber nicht bei der Vergebung stehen, sondern fordert Umkehr von den Menschen. Der Mensch, der diese Vergebung von Herzen sucht, soll sein Leben überdenken und bereit sein, es neu und bestimmt auf Gottes Willen auszurichten. Das nennt die Bibel “Buße” (metanoia = Sinnes-änderung).

Der Auftrag Jesu beginnt also damit, dass man den Menschen Gottes Willen vorstellen muss, damit sie den Unterschied zwischen ihrem Leben und Seinen Geboten erkennen können. Erst dann ist die Botschaft von der Sündenvergebung und dem möglichen Neubeginn angebracht und verständlich. Was nützt es nämlich zu predigen: “Deine Sünden sind Dir vergeben”, wenn der so Angesprochene daraufhin die Schultern zuckt und fragt: “Welche Sünden denn?”

Doch damit endet der Auftrag an die Gemeinde noch nicht. Der Herr Jesus sagt: “Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet.” Was ist die Taufe?

Alle vier Evangelien beginnen mit Johannes dem Täufer, der den Menschen Gottes Willen vorstellte und sie aufforderte, Buße zu tun, umzukehren von ihrem bisherigen Denken, Reden und Handeln.

Die dazu bereit waren - und nur diese - traten an ihn heran und wurden im Jordan untergetaucht, getauft. In der Taufe wurde den Menschen zugesagt, dass ihre Sünden vergeben sind. Dabei verwies der Täufer immer wieder auf das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt wegnehmen würde: Jesus, der nach ihm kommen sollte (Johannes 1,29).

Es ist nicht das Wasser, noch die Handlung der Taufe, das die Sünden vergibt, sondern das Lamm Gottes, das dafür am Kreuz gestorben ist. Die Taufe des Johannes wies darauf hin, die christliche Taufe baut darauf auf.

Die Taufe ist dadurch ein öffentlicher Bekenntnisakt mit der Bitte um Sündenvergebung. Der Apostel Petrus gibt eine sehr einfache und leicht einprägsame Definition zur Taufe (1.Petrusbrief  3,21):

Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.

Die Taufe ist demnach eine Bitte um Sündenvergebung. Der Weg, wie man diese Bitte ausspricht ist also vorgegeben: Wenn Du Vergebung der Sünden wünscht, dann lasse Dich taufen. Nicht die Taufe bewirkt die Sündenvergebung, sondern Jesus, der gestorben und auferstanden ist; auch das macht Petrus klar. Aber die Taufe rettet, weil sie die äußere Form der Umkehr ist, die Gott von uns fordert.

Daraus sieht man, dass man Gott nicht nach eigenen Vorstellungen nahen soll, sondern auf dem Weg, den Er vorgelegt hat. Im ganzen Neuen Testament findet man daher folgende Regel, zu der es eine einzige erwähnte Ausnahme gibt:

1.) Der Herr sendet die Gemeinde mit dem Evangelium in alle Welt.

2.) Das Evangelium wird durch Worte und Taten verkündigt.

3.) Menschen, die bereit sind ihr Leben zu ändern, bekennen ihre Sünden und lassen sich taufen.

4) Die getauften Menschen bilden eine Gemeinde, die wiederum vom Herrn Jesus gesandt ist.

Die einzige Ausnahme ist der Schächer am Kreuz, jener Verbrecher, der seine Sünden in seiner eigenen Todesstunde bereute. Er freilich wurde nicht getauft und starb mit der persönlichen Zusage des Herrn Jesus, errettet zu sein. Alle anderen Menschen jedoch wurden durch die Taufe in die Gemeinschaft derer aufgenommen, deren Sünden vergeben sind und die ein Leben im Gehorsam Gott gegenüber leben wollen.

Damit es den Gläubigen möglich ist, Gott gemäß zu leben, müssen sie ihre alte Natur überwinden. “Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach”, wurde zu einem Sprichwort. Darum gibt Gott jedem Christen den Heiligen Geist, um ihn von innen her zu verändern. Die Bibel nennt das eine “neue Geburt”, der Mensch wird eine “neue Schöpfung”. Dieses Wunder steht in direktem Zusammenhang mit der Taufe; aber wiederum: Es ist nicht das Wasser, das die Wiedergeburt bewirkt, sondern Gottes Geist, der auf das Bekenntnis des Glaubens antwortet.

Diese Zusammenhänge sind so klar und einleuchtend, dass man sich wundert, warum heute die Tauffrage so unklar und verfremdet ist.

Die Kindertaufe

Die meisten Kirchen haben begonnen, Säuglinge zu taufen. Allerdings ist weitgehend unbekannt, dass diese Entwicklung erst Ende 2./Anfang 3..Jahrhundert in der westlichen Kirche begonnen hat, in der östlichen Kirche etwas später. Erst als die Kirche im 4.Jahrhundert Staatskirche wurde, wurde eine allgemeine Säuglings-taufe eingeführt. Wie aber passt diese zum Neuen Testament?

Es wird getauft, ohne dass der Täufling seine Sünden bekennt.
Es wird getauft, ohne dass der Täufling eine Predigt gehört, geschweige denn verstanden hat.
Es wird dem Täufling Wiedergeburt und Errettung zugesagt, obwohl er sein Leben zu ändern nicht zugesagt hat.

Aufgrund welcher Zusagen kann man dann diese “Taufen” als gültig bezeichnen?

Die Notwendigkeit, sich biblisch taufen zu lassen

Die biblische Taufe hängt unmittelbar mit der Frage zusammen, wie man ein Christ wird. Kann man sich als “Christ” bezeichnen, ohne die Ausrichtung des eigenen Lebens mit dem Wort Gottes verglichen zu haben? Wieviele “Christen” gibt es denn, die nicht nach dem Willen Gottes fragen und gedankenlos dahinleben wie jeder Heide sonst auch? Nein, Christ zu sein setzt eine Grundsatzentscheidung voraus, dem Herrn Jesus in allem nachzufolgen, was Er uns gezeigt hat. Seine Lebenseinstellung und Sein tadelloser Lebenswandel, Seine Gerechtigkeit und Seine Art zu lieben sind das Ziel, auf das Christen bewusst zustreben.

Wo das nicht der Fall ist, da stimmt etwas Grundlegendes nicht. Es ist aber auch klar, dass man diese Grundsatzentscheidung zu einem neuen Lebenswandel nicht als Säugling treffen kann. Man muss hören und verstehen können, das eigene Leben infragestellen und abwägen, was die die Alternativen “errettet” und “verdammt” für einen persönlich bedeuten.

Die Taufe ist die biblisch gebotene Form, diese Entscheidung öffentlich zu machen. Öffentlich ist diese Entscheidung deshalb, weil der daraus folgende andere Lebensstil sich deutlich von der Umgebung abheben soll. Jesus erwartet von uns, dass wir “das Licht der Welt” sein sollen; Menschen, an denen andere Menschen erkennen sollen, wie ein Leben nach Gottes Plan aussieht. Ohne diesem Lebenszeugnis ist jede Predigt kraftlos - und unsere eigener Glaube fragwürdig.

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